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„Wer nicht fragt, bleibt dumm“ so wurden wir als Kinder in der Sesamstraße zum Fragen motiviert. Aber man kann es auch noch positiver formulieren: „Wer fragt, der führt! -  so lautet eine Kommunikationsregel, in der es  zwar eigentlich darum geht, ein Gespräch in die gewünschte Richtung zu lenken, die man aber auch gut auf sich selbst beziehen kann. Und das heißt dann auch: Fragen, die ich mir selbst stelle, können mich zum Nachdenken anregen und mir helfen, mein eigenes  Leben zu führen – vorausgesetzt, es sind die richtigen Fragen. Manchmal genügt es sogar schon, sich bestimmte Fragen zu stellen, auch wenn ich darauf noch gar keine Antwort habe. Aber allein schon im Stellen einer Frage kann schon die Lösung eines Problems verborgen sein. 
Das ist vielleicht ein bisschen so, wie es  Albert Einstein einmal formuliert hat: „Das Problem zu erkennen, ist wichtiger, als die Lösung zu erkennen, denn die genaue Darstellung des Problems führt zur Lösung.“ Also: die richtigen Fragen gehören zu meinem Leben unbedingt dazu, wenn ich mich irgendwie weiterentwickeln will!

Pfarrerin Maret Schmerkotte

Jesus macht das übrigens auch. Er stellt Fragen. „Willst du gesund werden?, so fragt er den Gelähmten am Teich Betesda (Johannes 5,6). „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“ fragt er den blinden Bartimäus (Lukas 18,41). Und diese Fragen stellt Jesus nicht, weil er nicht wüsste, was von ihm erwartet wird. Klar, will der Gelähmte wieder gesund sein und natürlich will Bartimäus wieder sehen. Jesus fragt, weil er die Hilfesuchenden auf etwas aufmerksam machen möchte. Der Gelähmte, der da schon seit 27 Jahren liegt, soll nun auch Eigeninitiative zeigen. Von Bartimäus will er wissen, ob er wirklich soviel Vertrauen hat, dass er, Jesus, ihm helfen kann.

Diese biblischen Geschichten sind zwar alt, die aber von Jesus gestellten Fragen hochaktuell: „Willst du gesund werden?“, so fragt Jesus auch mich, wenn ich mich innerlich gelähmt fühle, ohne Energie und den Umständen hilflos ausgeliefert.
„Was willst du, dass ich für dich tun soll?“ ist auch eine Vertrauensfrage Jesu an mich. Denn wie oft bin ich blind für das, was Gott in meinem Leben tut! Und wie schwer fällt es mir, darauf zu vertrauen, dass er gerade auch für mich da ist, auch wenn ich nichts von ihm sehe!

Die Fragen, die Jesus an mich stellt, können ,,Schlüsselfragen“ sein: also Fragen, die mir das Leben neu aufschließen, Fragen, die mir helfen, mich selbst gut zu führen.
Sicher gibt es noch weitere „Schlüsselfragen“, die ich mir auch selbst stellen kann. Je nach Person und Lebenssituation können diese Fragen sehr unterschiedlich sein. Bin ich ein eher unglücklicher Mensch, kann mir die Frage helfen: Worüber könnte ich glücklich werden, wenn ich es wollte? Oder habe ich wenig Selbstbewusstsein, dann hilft es vielleicht darüber nachzudenken, welche Fähigkeiten ich habe und wie ich sie für andere und für mich einsetzen kann. 
Es ist gut, sich ab und an solche Fragen zu stellen und davon durchs Leben führen zu lassen. Und manchmal ist es vielleicht auch hilfreich, darüber mit anderen ins Gespräch zu kommen. Unser neues Internetforum „Schlüsselfragen“ kann eine mögliche Plattform für solch ein Austausch sein, aber auch unsere Gesprächsgruppen und Hauskreise in der Gemeinde. Oft begegnen uns die „Schlüsselfragen“ auch in den kritischen (An)fragen anderer. Auch das sind Chancen zur persönlichen Weiterentwicklung. Also: welche „Schlüsselfragen“ bewegen Ihr Leben?

Ihre Pfarrerin Maret Schmerkotte

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