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Uwes Kolumne

Noch ein Jubiläum

Sechzig Jahre Gemeindebrief, das ist schon klasse! Nicht nur, wie gut unser Gemeindebrief heute ist, sondern auch, dass über all die Jahre durch unseren Gemeindebrief Kommunikation und Begegnung geschehen ist, auch durch die Menschen, die ihn zu den Briefkästen und an die Haustüren bringen.

Im vergangenen Herbst ist mir ein persönliches „Jubiläum“ aufgefallen: Wenn es stimmt, dass ich im zarten Alter von Sechzehn den Mut gefunden habe, mich auf den christlichen Glauben einzulassen, und wenn das auf einer Silvesterfreizeit stattgefunden hat, dann muss das … richtig … ziemlich genau vierzig Jahre her sein.

Kann man so etwas ein Jubiläum nennen? Ist sowas ein Grund zum Feiern?

Was ich sagen kann: Dieser Weg hin zum Glauben, dass da einer ist, der mich kennt und mich lieb hat und mich immer begleitet und dass ich nie mehr alleingelassen bin und dass das Leben wirklich Sinn macht und gut werden kann; und dieser Schritt, mein erstes Gebet in den Himmel zu schicken ohne vorher zu wissen, ob da einer ist, der es hört und beantwortet, das war – die größte und nachhaltigste Veränderung, die ich bisher erlebt habe.

Kommentar zuhause, als ich meinen Eltern eröffnet habe, dass ich jetzt an Gott glaube: „Das gibt sich wieder.“

Hat es nicht. Gott sei Dank!!! Der Weg ging weiter: Gemeinde entdecken. Zum Jugendtreff gehen, Leute kennenlernen, in der Jugendarbeit ein Zuhause finden. Erste Versuche, in den Gottesdienst zu gehen. Zuerst in den Jugendgottesdienst mit Band und allem Zipp und Zapp. Später dann in den ganz normalen Gottesdienst und feststellen, dass die Botschaft die gleiche ist, nur mit etwas anderem Rahmenprogramm. Dafür sehr viel häufiger und regelmäßiger.

Außerdem entdecken, wie gut es ist, dass ich nicht für mich allein glauben muss, sondern dass wenn ich Zweifel habe, andere da sind, deren Glaube mich mitträgt.
Gemeinschaft! Freundschaften. Irgendwann die Beobachtung, dass mein Christsein etwas von einem U-Boot an sich hat: Ab und zu in der Gemeinde auftauchen und dann wieder für mehrere Wochen abtauchen. Der Wunsch, das zu ändern, regelmäßiger und verbindlicher zu kommen.

Die Bibel kennenlernen: Jugendbibelkreis mit Pfarrer Jürgen Blunck! Geschichten entdecken. Zusammen-hänge verstehen.

Und dann irgendwann die erste Krise: Jesus. Alle reden hier immer von Jesus. Aber mir sagt das nichts. Kann man nicht auch ohne Jesus an Gott glauben? Irgendwie die Angst, dass durch den Glauben an Jesus mein damals recht einfacher Glaube sich verändern könnte. Will ich das? Und wie komme ich dahin?

Und dann die Entdeckung: Jesus, das ist nichts anderes als Gottes ganze Liebe, hineingegeben in einen Menschen. Gott schenkt sich selber in Jesus. Kreuz und Auferstehung. Gott macht Geschichte. Gott schreibt eine neue Version meiner Lebensgeschichte – in Jesus.

Und dann … vom Glauben weitererzählen. Einladen, wie ich ja auch eingeladen worden bin. Mir Mut nehmen, wie sich andere ja auch Mut genommen haben, um mir von ihrem Glauben zu erzählen.

Und neue Lieder singen. Musik machen. In der Gemeinde und in der Fußgängerzone. Für Gott auf die Straße gehen.

Versuchen, den Alltag im Klassenzimmer und auf dem Schulhof von christlichen Maßstäben her zu leben.

Und bei all dem das wunderbare Mädel kennenlernen, das später meine Frau geworden ist und mit dem ich seit damals gemeinsam versuche, Gott zu folgen.

Und dann die überraschende Frage, ob es Sinn macht, Gott bei meiner Berufswahl einzubeziehen. (Wozu das geführt hat, das wisst ihr ja in etwa.)

Und all das, was mir gerade so eingefallen ist, das sind nur die ersten zwei Jahre meines Lebens als Christ. Danach ist noch so viel passiert!

Ich weiß immer noch nicht, ob und wie ich das alles feiern möchte. Aber eins weiß ich: Ich möchte Gott ein ganz dickes Kompliment machen. Ich möchte es weitererzählen: Mich Gott anzuvertrauen und Jesus zu folgen ist das Beste, was mir je passiert ist.

Und ich möchte allen Menschen danken, die mich und uns auf diesem Weg begleitet und unterstützt haben. Lasst uns weiter diesen Traum leben, dass Gemeinde wie eine große, offene Familie ist, in der wir unser Leben, unsere Fragen und unseren Glauben teilen können.

Ihr /euer Uwe Flaig

   

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