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- „Die Zeit der leeren Kirchen“ -

Musikgottesdienst am Reformationstag mit Sonja Schwechten (Sopran)

„Ecclesia semper reformanda est“ - „Die Kirche muss immer wieder reformiert (= erneuert) werden!“ Der Kirchenvater Augustin hat bereits im Mittelalter dieses Wort geprägt. Und gerade für die Kirchen, die ihre Entstehung auf die Reformation zurückführen, gehört dieser Grundgedanke zu ihrer inneren Lebenssubstanz.

Tomáš Halík

Ein Mann, der viele Wandlungen der Kirche selbst miterlebt und mitgestaltet hat, ist der Tscheche Tomáš Halík (*1948). Er studierte Psychologie, Philosophie und Soziologie, konnte aber in der damaligen Tschechoslowakei (CSSR) aus politischen Gründen keine Dozentur übernehmen. Im Untergrund wurde er heimlich zum katholischen Priester geweiht. In der CSSR wurden die Kirchengemeinden sehr bedrückt – das Zelebrieren einer Messe konnte mit drei Jahren Gefängnis bestraft werden. Am Ende der sozialistischen Epoche galt Tschechien als weitgehend entkirchlicht.

Nach dem Ende des sozialistischen Systems wirkt Tomáš Halík als Berater des tschechischen Präsidenten Václav Havel; er lehrt an der Karlsuniversität in Prag und ist Rektor der Universitätsgemeinde St. Salvator. 2019 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für seine Verdienste um die deutsch-tschechische Versöhnung, den interreligiösen und internationalen Dialog verliehen.Sonja Schwechten


Im Musikgottesdienst am Reformationstag sollen Texte aus seinem neuesten Buch im Mittelpunkt stehen: „Die Zeit der leeren Kirchen“. Es handelt sich um eine Sammlung von Predigten aus der Passions- und Osterzeit 2020; die meisten dieser Predigten hat Tomáš Halík während des ersten strengen Lockdowns in der leeren Kirche St. Salvator gehalten.  Tomáš Halík fragt in seinen Predigten immer wieder – und sehr mutmachend! - ob die „Zeit der leeren Kirchen“ einfach nur die Sehnsucht nach den Verhältnissen davor wachrufen soll – oder ob sie ein Ruf Gottes ist, sich nicht um den Erhalt der eigenen Gemeindestrukturen zu sorgen, sondern noch einmal ganz neu aufzubrechen – hin zu den Menschen, zu denen Gott seine Gemeinden ruft.

Eine spannende Frage – eben: „Ecclesia semper reformanda est!“

Musikalisch gestaltet wird dieser Gottesdienst von Sonja Schwechten (Sopran) und Frank Schreiber. Zu hören sind Werke von Bach, Dvořák, Reger, Händel u.a.

Feiern Sie mit uns diesen Reformationsgottesdienst am Sonntag, dem 31. Oktober um 19 Uhr in der Christuskirche!

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