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Predigt

29. April 2018

„Ist da jemand?“

Das ist eigentlich die grundsätzliche Frage, die sich jedem Menschen stellt, der auf dieser Erde lebt. Also – die allererste Frage ist: „Was gibt’s zu essen?“ Kurz danach kommt die Frage: „Wo ist mein Handy?“

Aber wenn du in deinem Leben nicht nur essen möchtest, und Spiele spielen und Chatten und Fotos posten willst, sondern zwei, drei Schichten tiefer in deine Seele hineinschaust, dann ist sie da, die Frage: „Ist da jemand, der mein Herz versteht und mit mir bis ans Ende geht?“

Und genau darum ging es ja bei Konfi: Miteinander herauszufinden, ob da jemand ist.

Und vielleicht doch zu dem Ergebnis zu kommen: „Da ist jemand, der dein Herz versteht und der mit dir bis zum Ende geht. Wenn du selber nicht mehr an dich glaubst, dann ist da jemand, der dir den Schatten von der Seele nimmt und dich sicher nach Hause bringt. Immer, wenn du es am meisten brauchst, dann ist da jemand.“

Wobei ich bis heute nicht ganz klar habe, wie Adel Tawil, der Sänger von dem Lied, das für sich so herausgefunden hat. So viel ich weiß, war der nicht bei uns im Konfi. Ich weiß nicht, ob der Christ ist oder Muslim oder einfach irgendwie religiös.

In dem Lied sagt er einfach: „… weil du weißt, dass die Stimme in dir sagt: Da ist jemand, der dein Herz versteht“.

Ich glaube, dass es das gibt, diese innere Stimme, die uns ab und zu sagt / zuflüstert, dass essen und trinken noch nicht alles ist und dass es jemanden gibt, der auf unserer Seite steht, der an uns glaubt und uns sicher nach Hause bringt. Was für ein schönes Bild!

Es gibt diese innere Stimme.

Und es gibt noch mehr!

Es gibt eine wundervolle Geschichte, die hier in diesem Buch erzählt wird: Eine Liebesgeschichte zwischen dem Schöpfer des Universums und seinen Menschen. Wie die meisten Liebensgeschichten nicht ganz unkompliziert, voller Hindernisse.

Im Verlauf dieser Geschichte geht der Hauptakteur irgendwann volles Risiko ein, um seine Liebe zu beweisen: Er gibt sein Bestes: Er gibt Jesus. Er wird selber Mensch, wird einer von uns.

Es gibt die wahre Geschichte von Bruder Damien, einem Mann, der in eine Kolonie von Leprakranken gezogen ist, um für sie da zu sein. Er hat mit ihnen zusammen gelebt. Dazu muss man wissen: Lepra ist ansteckend. Und er hat jeden Morgen mit den Kranken eine kleine Bibelandacht gemacht: „Meine lieben Leprakranken…“

Und eines morgens beginnt er seine Andacht anders als sonst, nämlich mit den Worten: „Wir Leprakranken…“.

Irgendwie erinnert mich das an Jesus. Da ist Gott nicht auf sicherem Abstand geblieben. Sondern er ist volles Risiko eingegangen. Um hautnah bei uns zu sein, weil er uns liebt. Das hat ihn sein Leben gekostet. Aber irgendwie hat er’s hingekriegt.

Irgendwie war diese hautnahe Liebe, die kein Risiko scheut, genau der Weg zum Leben: Für Jesus, für Gott und für jeden, der mit Jesus verbunden ist.

Und deshalb ist das für mich stimmig: „Da ist jemand, der mit dir bis ans Ende geht. Der an dich glaubt. Da ist jemand, der dir den Schatten von der Seele nimmt und dich sicher nach Hause bringt.“

Und die Frage ist, ob du ihm das glaubst? Ob diese Geschichte dich überzeugt, ob sie dich so berührt, dass du den Mut hast, dich auf ihn zu verlassen und auf ihn zu hören?

Ich glaube, dass das die Schlüsselfrage unseres Lebens ist.

Und ich glaube, dass diese Frage, ob da jemand ist, der uns so liebt, dass wir uns an ihm festmachen können, ich glaube, dass diese Frage erhebliche Auswirkungen haben kann auf die Frage, wie wir leben.

Ich geb euch ein Beispiel.

Eine Frage, die nicht nur Konfis umtreibt, sondern auch Erwachsene, das ist die Frage: Wie lebe ich eigentlich? Was tue ich? Was ist wichtig? Wofür bin ich da?

Und ich lese gerade das Buch einer Frau, die ein äußerst aktives und erfolgreiches Leben geführt hat, von Leuten bejubelt und angefeuert: „Super, du machst das gut! Weiter so! Gib alles! Du schaffst das!“

Und sie merkt nach und nach, wie sie dabei kaputt geht. Irgendwie kriegt sie es hin. Aber zuhause ist sie ständig gereizt, pampt ihre Kinder an.

Bis sie merkt: Sie lebt ein Leben, das ist gar nicht ihres. Wie gesagt: Sie kriegt das hin. Irgendwie. Aber gleichzeitig bleiben Dinge permanent auf der Strecke, die ihr wichtig sind: Zeit zu haben. Genießen zu können. In guten, intensiven Beziehungen zu leben. Für ihre Kinder Zeit zu haben. Für ihren wunderbaren Mann Zeit haben.

Sie lebt ein Leben, das eigentlich nicht ihres ist.

Und dann stellt sie fest: Sie ist da irgendwie hineingerutscht. Hat was ausprobiert. Hat Erfolg gehabt. Leute haben ihr applaudiert und sie ermutigt, diesen Weg weiterzugehen. Und irgendwie hat sie ohne es zu merken für die Ziele von anderen Menschen gelebt. Und hat ihre eigenen Wünsche und Träume immer weniger wahrgenommen.

In der Bibel gibt es einen wunderbaren Satz, den lohnt es sich zu kennen: „Gott, ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin.“ (Ps 139,4)

Wollt ihr den mal mit mir zusammen sprechen: „Gott, ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin.“

Damit sagt jemand: Ich bin, so wie ich bin, kein Zufall. Ich bin ich: Individuell. Einzigartig. Und ich muss nicht so sein wie andere.

Manche Menschen sind anscheinend so gemacht, dass sie schneller sind. Andere sind so gemacht, dass sie langsamer sind. (Das ist schon in der Natur so. Sonntag, Abenteuer Erde: Roter Pandabär)

Manche von uns sind so gemacht, dass sie lauter sind. Manche von uns sind so gemacht, dass sie stiller sind und ruhiger.

Dummerweise wird uns in der Schule, im Beruf und oft schon zuhause gesagt, wie wir zu sein haben, was wir gut finden sollen und wofür wir uns investieren.

In dem Buch von dieser Frau habe ich gelesen: „Die Welt wird dir sagen, wie du zu leben hast. Wenn du es zulässt. Lasse es nicht zu!“

Du bist, so wie du bist, von Gott designed. Ein kostbares Einzelstück. Lass es nicht zu, dass du am Ende ein Leben lebst, das von der Stange kommt. Wo Apple & Co. dir sagen, wie du dein Leben zu verbringen hast.

Am Montag hab ich im Fernsehen ein Interview mit Justin Rosenstein [sti:n] gesehen. Justin Rosenstein ist der Mann, der den like-Button von Facebook erfunden hat. Und er erzählt, was die Idee war, als der like-Button eingeführt wurde. Na ??? Zu erreichen, dass du möglichst lange online bist. Du postest irgendetwas. 20 Leute liken das. 20-mal schaust dir das an, 20-mal wirst du herausgeholt aus dem, was du eigentlich tun wolltest. Und 20-mal wirst du dir dabei irgendwelche Werbung ansehen.

Und jetzt rate mal, worum es denen dabei geht! … 21, 22, rrrichtich!

Die Bibel sagt dir, dass Gott dich wunderbar gemacht hat. Du bist kein Mensch von der Stange. Du bist kein Mensch, der im Wesentlichen dafür da ist zu funktionieren und die Interessen von irgendwelchen Leuten zu bedienen.

Was macht dich einzigartig? Welche Träume hat Gott in dich hineingelegt? Bei welchen Themen schlägt dein Herz schneller? Kannst du z.B. damit leben, wenn du Ungerechtigkeit siehst?

Wo würdest du dich am liebsten mal engagieren?

„Gott, ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin“. Mir ist vor wenigen Tagen erst aufgefallen: Das ist ja ein aktives Statement.

Ich hab das jahrelang als wichtige Information gehört: „Hey, Gott hat dich wunderbar gemacht.“

Das ist es auch. Es ist eine Information. Es ist – ein wunderbarer Zuspruch: „Du bist wunderbar. Auch wenn du dir manchmal gar nicht so wunderbar vorkommst.“

Aber hier macht sich das ja einer wirklich selbst zu eigen. Er wird aktiv und sagt: „Hey Gott, ich danke dir, dass du mich so gemacht hast: Wunderbar. Einzigartig. Unverwechselbar. Gott, ich danke dir, dass ich mit deiner Hilfe ein einzigartiges, unverwechselbares Leben leben kann.“

So kannst du es schaffen.

Weil da jemand ist, der an dich glaubt. Und der mit dir bis ans Ende geht. Und dich sicher nach Hause bringt.

Ein letzter wichtiger Baustein:

Im Konfi haben wir in einer Stunde mal das Bild gehabt von einem Weinstock – und den Reben, die daran hängen. Und der Frucht, die daran wächst.

Und das ist ja unser Thema: Wie kann dein Leben Frucht bringen? Wie kannst du das Leben führen, für das Gott dich geschaffen hat? Wie kannst du der Mensch werden, den Gott im Blick hatte, als er dich schuf?

Wie kannst du du selber sein? Und wie kann dein Leben zur vollen Entfaltung kommen?

Auch zu diesem Bild von dem Weinstock, den Reben und der Weintraube gehört ein Bibelwort: ???

Jesus sagt: „Ich bin der Weinstock. Ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.“

Der Weinstock ist das Teil, das im Boden steckt, das Halt gibt, und wo aus tiefen Wurzeln der Lebenssaft herkommt. Die Rebe ist der Zweig, an dem dann die Weintrauben wachsen.

Und die Pointe bei diesem Bild ist: Niemand muss ein gutes Leben aus sich selbst herausquetschen! Keine Weinrebe käme auf die Idee, aus sich selbst heraus eine Traube zu produzieren.

Das einzige, was die Rebe tun muss, ist, die Verbindung zum Weinstock zu halten. Dranbleiben. Damit die Kraft und die Lebensenergie, die vom Weinstock kommt, in sie hineinfließen und Frucht bringen kann. Das ist das Geheimnis.

Und beim Leben geht es darum, Anschluss an Jesus zu halten. Damit die Kraft und die Lebensenergie, die von Gott kommt, in dein Leben hineinfließen kann und dein Leben zu etwas Wunderbarem machen kann.

  • Da ist jemand, der dich liebt.
  • Deshalb kannst du dein einzigartiges, wunderbares Leben finden.
  • Der Schlüssel dazu ist, an Jesus dranzubleiben.

Amen.

 

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