Glaube und Musik

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Psalm 98, Vers 1:
„Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.“

Ganz ehrlich: Ich habe noch nie grundlegend darüber nachgedacht, was Glaube und Musik miteinander zu tun haben. Für mich gehören sie untrennbar zusammen. Dabei war die Musik bei mir zuerst da: Klassische Gitarre. Und dann Lieder begleiten und singen. Damals am liebsten die Beatles: „She loves you“ und „Yesterday“.

Die Entdeckung des Glaubens kam etwas später. Und damit verbunden die Entdeckung, dass es im Jugendkreis eine maschinengetippte und fotokopierte Liedmappe gab. Darin „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ und jede Menge Lieder, die vom Glauben erzählen und zum Glauben einladen. Akkorde handschriftlich oben drüber. Da kam die Klampfe nicht mehr zur Ruhe. Und die Stimmbänder schon gar nicht. Was für eine Welt an Glaubensliedern!

Dann kam die Zeit der christlichen Liedermacher: Manfred Siebald. Arno und Andreas. Lieder mit großem Tiefgang. Musikalisch anspruchsvoller. Rockig die Lieder der Band „Damaris Joy“ aus dem Siegerland.

Es kam die Zeit der Kirchentagslieder. Und immer wieder mussten wir musikalisch dazulernen, um die neuen Lieder singen und spielen zu können.

Und dann kam ein ganz neues Genre: Anbetungslieder. Zuerst ganz einfache „Chorusse“. Daraus entwickelte sich in den letzten 30 Jahren eine ganz eigene Kultur von „Worship-Liedern“.

Und daneben die Lieder aus Taizé in Burgund – Lieder des Gotteslobs und der Hingabe an Gott und die Menschen, eine ganz eigene Musik- und Singekultur.

Ich merke, dass meine eigene Geschichte längst nicht das ganze Spektrum an Glaubensliedern umfasst.

Hinzu kommen noch all die Lieder, die all die Generationen vor uns gesungen haben.

Und – es kommen immer wieder neue Lieder hinzu. Glauben scheint sich immer wieder neue musikalische Ausdrucksformen zu suchen.

Christliche Gemeinde ist immer auch singende Gemeinde. In ihren Gottesdiensten. Aber auch zuhause und unterwegs. Heute gefördert durchs Handy und Streaming-Plattformen. Dort sind alle Glaubenslieder verfügbar, jeder kann sich seine Glaubens-Playlist zusammenstellen.

Seine geschichtlichen Wurzeln hat das Singen der Christen in den Psalmen, den Lob- und Klageliedern Israels, die auch Jesus gesungen und gebetet hat. Hinzu kamen Lobgesänge über Christus wie das Christuslied im zweiten Kapitel des Philipperbriefes. Gottes Geist scheint die Christen von Anfang an zum Singen inspiriert zu haben.

Die Liebe Gottes, die in unsere Herzen ausgegossen ist, sucht ihren Ausdruck in Liedern, die von Gott und von Christus erzählen, von der Schönheit und der Tiefe des Glaubens, von Anfechtung und Verheißungen. Und im Singen schaffen diese Lieder einen Raum, in dem man sich bergen kann, in dem der Glaube gestärkt wird und in dem Gott erfahrbar wird.

Was für ein Geschenk!

Ihr/ euer Uwe Flaig