Drei Kirchenkreise, ein gemeinsamer Weg: Wie es mit der Fusion weitergeht

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Die evangelischen Kirchenkreise Düsseldorf-Mettmann, Niederberg und Solingen wollen sich zu einem gemeinsamen Kirchenkreis zusammenschließen. Im Juni haben alle drei Kreissynoden getagt und sich zu wichtigen Fragen der geplanten Fusion geäußert. Das Ergebnis war deutlich: Eine große Mehrheit der Synodalen unterstützt den eingeschlagenen Weg.

Warum die Fusion überhaupt nötig ist

Alle drei Kirchenkreise stehen vor denselben Herausforderungen: Die Mitgliederzahlen sinken, das Geld wird knapper, und es gibt immer weniger Pfarrerinnen und Pfarrer. Zusammen haben die drei Kirchenkreise mit ihren 29 Gemeinden derzeit rund 130.000 Mitglieder. Geht der Rückgang der letzten Jahre so weiter, wäre spätestens 2040 keiner der drei Kirchenkreise mehr allein handlungsfähig. Deshalb wollen sie sich zusammenschließen und gemeinsam stärker aufstellen.

Was das konkret bedeutet

Die künftige, gemeinsame Kirche wird kleiner sein als die drei heutigen Kirchenkreise zusammen. Das betrifft Gebäude ebenso wie Stellen: Am Ende könnte etwa die Hälfte der heutigen Pfarrstellen übrig bleiben. Der Abbau soll dabei über natürliche Fluktuation geschehen, also über Renteneintritte und Stellenwechsel, nicht über Kündigungen. Gleichzeitig entstehen auch neue Aufgaben, etwa für Diakoninnen und Diakone oder für Gemeindemanagerinnen und Gemeindemanager.

Was die Synoden gesagt haben

Auf ihren Sommertagungen wurden die Synodalen aller drei Kirchenkreise zu zentralen Fragen befragt, etwa dazu, wie Personal und Finanzen künftig verteilt werden sollen und wer Pfarrerinnen und Pfarrer anstellt. Bei allen Fragen gab es breite Zustimmung, teils deutlich über 80 Prozent. Wer nicht zustimmte, lehnte die Fusion damit meist nicht grundsätzlich ab, sondern wünschte sich noch mehr Informationen und Nacharbeit.

Rainer Kaspers (Superintendent Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann), wertete das Ergebnis als starkes Signal, „Kirche in unserer Region neu zu denken“. Superintendent Wolfhard Günther (Superintendent Kirchenkreis Niederberg) sagte, die Zustimmung zeige, dass auch die schwierigeren Schritte gemeinsam zu schaffen seien. Superintendentin Dr. Ilka Werner (Kirchenkreis Solingen) betonte, es gehe darum, starke Gemeinden vor Ort zu erhalten und den künftigen Kirchenkreis als Unterstützer im Hintergrund zu verstehen.

Wie es weitergeht

Wichtig zu wissen: Die Meinungsbilder der Sommersynoden sind noch keine Beschlüsse. Die eigentlichen Entscheidungen fallen erst im November auf den Herbstsynoden aller drei Kirchenkreise. Geplanter Fusionstermin ist der 1. Januar 2029, eine Verschiebung auf 2030 ist aber möglich. Bereits für 2027 sind erste gemeinsame Synoden aller drei Kirchenkreise vorgesehen.

Am Ende soll ein neuer Kirchenkreis stehen, der zwar kleiner, dafür aber handlungsfähiger und besser für die Zukunft aufgestellt ist.

Text: Daniel Edlauer