Die 72-Stunden-Regel
O je, was ist aus bloß meinen guten Vorsätzen für das neue Jahr 2026 geworden?
Natürlich hatte ich mir so einiges vorgenommen: Weniger Schokolade und dafür mehr Rückengymnastik, weniger gestresst und dafür mehr Zeit zum Beten.
Irgendwie wollte ich mich im neuen Jahr mehr der Familie und den Freunden widmen, und es sollte alles wenigstens ein bisschen besser werden. Und: Alles viel geruhsamer angehen.
Und dann traf ich meinen Freund Sebastian. Er ist Marketing-Stratege und fragte mich, ob ich schon mal etwas von der 72-Stunden-Regel gehört hätte. Hatte ich bisher nicht. Und er erklärte mir:
Wenn wir uns ein Ziel setzen, dann müssen wir den ersten Schritt zur Zielerreichung innerhalb der nächsten 72 Stunden beginnen. Machen wir das nicht, dann reduziert sich die Chance, das Ziel zu erreichen, auf kümmerliche 1 %. Unser Gehirn mag es nämlich gerne behaglich und träge. Wir stehen uns damit selber im Weg. Es mangelt an Entschlossenheit.
Und Sebastian erklärte mir weiter: Der erste Schritt zu unserer Zielerreichung kann verglichen werden mit dem Anlegen eines Trampelpfades, denn unser Unterbewusstsein nutzt Trampelpfade.
Je mehr sie benutzt werden, desto mehr gewöhnt sich unser Gehirn daran. Aber nicht genutzte Trampelpfade wuchern wieder schnell zu.
O je, die 72 Stunden für meine guten Vorsätze 2026 sind schon vorbei. Was nun?
Das ist aber vielleicht gar nicht das eigentliche Problem. Gefährlicher ist doch die Vorstellung, dass nur der 31.12. eines Jahres der gültige Stichtag für gute Vorsätze sei. Das stimmt aber -Gott sei Dank- nicht.
Gott ist an jedem Tag im neuen Jahr für uns da. Er begegnet uns an jedem Tag neu und zeigt uns neue Wege. Er lässt uns jeden Tag Erfahrungen mit sich machen. Und dann kann tatsächlich bei uns etwas Neues beginnen.
Ja, so ist es: Dann beginnen die 72 Stunden von vorne. Das findet Sebastian auch gut.