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Gute Vorsätze (nicht nur) für das neue Jahr !

Wenn Sie diesen Gemeindebrief in den Händen halten, wird mehr als der erste Monat des neuen Jahres schon vergangen sein. Gute Vorsätze? Was ist schon nach wenigen Tagen daraus geworden? Weniger Alkohol, weniger Fleisch, mehr Sport, mehr Zeit für die Familie und dafür weniger Zeit mit den neuen Medien? Können Sie sich noch daran erinnern, was Sie sich vorgenommen haben? Oder ist es gar nicht mehr Ihr Ding, sich überhaupt auf irgendetwas Verbindliches einzulassen?
Das würde zum Zeitgeist passen. „Vielleicht“ ist heute das Schlüsselwort. Das fängt damit an, dass es immer schwieriger wird, sich mit jemandem verbindlich zu verabreden, weil wir uns nicht festlegen wollen. Weiß ich denn am Montag, ob ich am Freitag Lust und Zeit habe, mit jemanden einen Kaffee zu trinken? Eine längerfristige Mitarbeit in einem Verein oder in einer Gemeinde? Aber ich weiß doch gar nicht, ob mir das auf Dauer Spaß macht? Lieber halte ich mir alle Möglichkeiten offen. Und Vorsätze fürs ganze Jahr? Wenn ich heute lieber vegetarisch esse, muss ich das ja morgen nicht auch noch tun. Man kann seine Einstellung und Meinung zu Dingen und Aktivitäten schließlich auch ändern, weil man neue Erkenntnisse gewonnen hat.

Pfarrerin Maret Schmerkotte

Ganz ehrlich: Irgendwie kann ich dieser Freiheit auch etwas abgewinnen, es ist ja auch schön, viele Optionen zu haben und sich nicht immer gleich festlegen zu müssen. Aber: Da ist auch die Sehnsucht nach sicheren, verlässlichen Beziehungen, nach etwas, was mich wirklich trägt und hält im Leben, etwas, worauf ich mich verlassen kann. Oder auch mit anderen Worten: Der Durst nach einer Liebe, die mich nicht wieder fallen lässt.

Und da schenkt uns Gott einen wunderbaren Satz für dieses Jahr: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“. (Offenbarung 21,6)

Lebendiges Wasser, das ist etwas, was mich stärkt und erfrischt, nicht nur meinen Geist und Körper, sondern auch meine Seele. Wasser, das mich wirklich leben lässt, nicht nur so, dass ich existiere, sondern dass ich mich selbst lebendig fühle: dass ich übersprudele vor Lebensfreude und Lebenskraft und diesen Reichtum auch weitergeben möchte. Wie ein Brunnen, bei dem das Wasser von einer Schale zu anderen fließt.
Gottes Liebe ist solch eine Quelle des lebendigen Wassers und zum Glück eine sehr beständige. Eine Quelle, die mich mit ihrem Wasser zu jeder Zeit erfrischt und auf die ich mich hundertprozentig verlassen kann. Denn Gott wird seine Einstellung zu meiner Person nicht ändern, in seinen Augen bin und bleibe ich liebenswert.
Allerdings: Es ist nicht immer leicht, diese Quelle zu finden. Sie sprudelt oft im Verborgenen und lässt sich manchmal erst dann entdecken, wenn ich mich für verbindliche und vertrauensvolle Beziehungen öffne. Beziehungen, die mich Gottes Dasein ganz neu spüren lassen, die mich bereichern und sich oft erst in der Beständigkeit entfalten.

Wäre das auch ein möglicher Vorsatz für das neue Jahr? Sich wie eine Schale füllen zu lassen von Gottes Liebe, die nie aufhört zu fließen? Ein Vorsatz, bei dem ich selbst gar nicht so viel tun muss, sondern ganz im Gegenteil: Ich lasse mir von Gott das Lebenswasser eingießen und lasse mich von ihm damit beschenken. Da sollte es dann kein „Vielleicht“ geben, sondern es gilt, einfach zuzugreifen und den Durst zu stillen.

Ihre Pfarrerin

Maret Schmerkotte

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